Bio

Alan Remonta




Alan Remonta wurde 1989 in New York City geboren. Die Familie seines Vaters war in den 1930er Jahren aus Italien ausgewandert, seine Mutter stammte aus einer alten irischen Familie, die seit vier Generationen in New York ansässig war. Alan wuchs in der Upper East Side von Manhattan auf, wo seine Eltern eine Wohnung besaßen. Sein Vater war ein Wertpapierhändler, der im World Trade Center arbeitete. Alans Mutter starb, als er gerade 7 Jahre alt war. Am 11. September 2001 arbeitete Alans Vater im Nordturm des WTC. Seine Leiche wurde nie geborgen.

Nach dem Tod seines Vaters zog Alan nach Brooklyn, um bei seinem Onkel zu leben. Alans Onkel war ein Kunsthistoriker, der für einen kleinen Kunstbuchverlag in Greenwich Village arbeitete. Er war es, der Alan seine Liebe und Leidenschaft für die Kunst entfachte, insbesondere für die Maler und Architekten der frühen Renaissancezeit. Anfang der 2000er Jahre begann Alan sich auch für den Einsatz von Multimedia-Techniken in der Kunst zu interessieren. Unter anderem aus diesem Grund bewarb er sich am Pratt Institute und wurde dort aufgenommen.

Mit der Ermutigung seines Onkels beschloss Alan, eine Reise nach Europa zu unternehmen und die Scrovegni-Kapelle zu besuchen. In der Kapelle lernte er eine deutsche Frau kennen, die Kunstgeschichte studierte. Sie hielt sich in Venedig auf und nahm ihn mit auf eine Party, wo er Detlef Günther kennenlernte.

Von diesem Zeitpunkt an führten Remonta und Günther umfangreiche Gespräche per E-Mail und versuchten sich, wann immer möglich in Berlin oder NY zu treffen. Nachdem er von seinem Vater Geld geerbt hatte, beschloss Alan, dass er auf der Suche nach weiteren Inspirationen die Welt bereisen sollte. Während dieser Zeit entwickete er viele Ideen und Konzepte, die er zwar skizzierte, aber nie umsetzte. 2018 beschloss er nach Berlin zurückzukehren, um mit Günther zusammenzuarbeiten, woraufhin die beiden begannen, gemeinsam eine Reihe von Konzepten für verschiedene Installationen auszuarbeiten. Schnell erkannten die beiden, dass es sich bei dem, was sie schufen, um ein integriertes Werk handelte, dessen Komponenten nur in der Gegenüberstellung als Ganzes präsentiert werden sollten.

Nachdem die laufenden Arbeiten nun zu einem ersten logischen Abschluss gebracht wurden, werden sie erstmals im Projekt: Die Nacktheit ist bedingungslos präsentiert. Organisiert wird das Projekt von Detlef Günther, da Alan Remonta zurückgezogen lebt, sich lieber im Hintergrund hält und daher weder zur Eröffnung noch zur Finissage einer Ausstellung dieser Arbeiten persönlich erscheinen wird. Seit 2021 pendelt Alan Remonta zwischen New York und Berlin hin und her, wenn er nicht gerade anderweitig unterwegs ist – mit Günther als seinem Repräsentanten.


Detlef Günther




Wie erkennen wir den Zusammenhang und den Zusammenhalt, wenn alle Beschränkungen, alle Kategorisierungen, alle Codes und Kürzel nur auf einen Bruchteil dessen hinweisen, wer und was wir sind? Ich beschäftige mich mit den Fragen, warum sich das Sehen immer mehr nach „Innen“ richtet, warum die uns umgebenden Bildwelten das „freie Sehen“ verhindern – sich anschicken „das Unsichtbare“ zu töten. DG

Detlef Günther ist ein Künstler, der sich einer Vielzahl medialer Codes bedient und sich in ihnen aus­zudrücken vermag: in dem von Ge­mäl­den und Zeichnungen, von Collagen, Objekten und In­stal­la­tionen, Fotografien, Videoarbeiten und Multime­dia-En­vironments. … Idealtypisch gesprochen geht es in Günthers Arbeiten um das Austarieren von zweierlei Grenzen: der Grenze einerseits zwischen dem Analogen und dem Digitalen und andererseits zwischen dem Sichtbaren und dem Unsichtbaren. (Christian Kupke)

Detlef Günther studierte an der Ludwig-Maximilian-Universität in München und der Freien Universität Berlin zunächst Geistes- und Kommunikationswissenschaften und schloss das Studium 1982 mit einer wissenschaftlichen Arbeit über „Die Kunstauffassung der Kritischen Theorie“ ab. Von 1984 bis 1990 studierte er Freie Kunst an der HdK Berlin, nachmals UdK mit dem Abschluss als Meisterschüler bei Professor H. J. Diehl. Zur gleichen Zeit gründete er zusammen mit Martin Assig, Klaus Hoefs, Oliver Öfelein und Jochen Stenschke die Künstlergruppe BOR. Als freier Künstler war Günther in den 90er Jahren Mitarbeiter an dem Forschungsprojekt “Technisches Sehen” beim Medieninstitut Berlin (Leitung Prof. Dr. Arthur Engelbert). 1997 gründete er die Twosuns Media Development GmbH und entwickelte das interaktive Environment-System Enclued in Anbindung an ein neuartiges Kameraverfahren, das Personenbewegungen im Raum dreidimensional aufzeichnet. Beide Innovationen wurden vom Deutschen und Europäischen Patentamt patentiert.

Detlef Günther trat seit Ende der 80er Jahre bisher mit ca. 50 Einzel- und Gruppenausstellungen in Deutschland und im Ausland hervor, z.B. im Haus der Kunst München, Gemeente Museum Helmond (NL), Galerie Kremer-Tengelmann (Köln), NGBK Berlin. Im Auftrag von Unternehmen und Institutionen wie Sony Deutschland, dem Festspielhaus Hellerau, dem HKW, Carsten Nicolai/Marko Peljhan und dem Canon ArtLab in Tokyo – Projekt POLAR – Goldene Nica 2001, ausgeführt mit der Enclued Workbench, realisierte er zudem verschiedene Medienprojekte und -installationen.

Detlef Günthers Arbeiten sind u.a. vertreten in der Sammlung Ruth und Karl Kremer (NW), in der Kunstsammlung der Deutschen Bank, in der EON-Kunstsammlung, im Kunstmuseum Gelsenkirchen und im Museo degli Angeli (Brolo-Sizilien). Er lebt und arbeitet in Berlin.