Detlef Günther – Shortbio


Detlef Günther studierte an der Ludwig-Maximilian-Universität in München und der Freien Universität Berlin zunächst Geistes- und Kommunikationswissenschaften und schloss das Studium 1982 mit einer wissenschaftlichen Arbeit über „Die Kunstauffassung der Kritischen Theorie“ ab. Von 1984 bis 1990 studierte er Freie Kunst an der HdK Berlin, nachmals UdK mit dem Abschluss als Meisterschüler bei Professor H. J. Diehl. Zur gleichen Zeit gründete er zusammen mit Martin Assig, Klaus Hoefs, Oliver Öfelein und Jochen Stenschke die Künstlergruppe BOR. Als freier Künstler war Günther in den 90er Jahren Mitarbeiter an dem Forschungsprojekt “Technisches Sehen” beim Medieninstitut Berlin (Leitung Prof. Dr. Arthur Engelbert). 1997 gründete er die “Twosuns Media Development GmbH” und entwickelte das interaktive Environment-System “Enclued” in Anbindung an ein neuartiges Kameraverfahren, das Personenbewegungen im Raum dreidimensional aufzeichnet. Beide Innovationen wurden vom Deutschen und Europäischen Patentamt patentiert.

Detlef Günther trat seit Ende der 80er Jahre bisher mit ca. 50 Einzel- und Gruppenausstellungen in Deutschland und im Ausland hervor, z.B. im Haus der Kunst München, Gemeente Museum Helmond (NL), Galerie Kremer-Tengelmann (Köln), NGBK Berlin. Im Auftrag von Unternehmen und Institutionen wie Sony Deutschland, dem Festspielhaus Hellerau, dem HKW, Carsten Nicolai und dem Canon ArtLab in Tokyo realisierte er zudem verschiedene Medienprojekte und -installationen. Seit 2008 hält Detlef Günther Vorträge und Seminare zur Genealogie des Bildes und der bildgebenden Formate in Kunst und Wissenschaft an Fachhochschulen und Universitäten.

Detlef Günthers Arbeiten sind u.a. vertreten in der Sammlung Karl Kremer, in der Kunstsammlung der Deutschen Bank (Frankfurt) und im Kunstmuseum Gelsenkirchen. Er lebt und arbeitet in Berlin.

Statement


Ich habe mich im Laufe der Jahre intensiv mit unterschiedlichen Medien und deren Anwendung beschäftigt. Medien sind Werkzeuge. Das jeweilige Thema entscheidet die Form und das zu nutzende Material/Medium. Die Komplexität der Welt macht für mich die Modifikation von Standpunkten, den Wechsel der Perspektiven und damit auch den Gebrauch von unterschiedlichen Medien notwendig.

Ich habe einen wandelbaren Zugang zum Kunstschaffen und arbeite gerne in Serien und Zyklen. Egal welches Medium ich einsetzte – letztendlich bin ich Maler – ich beschäftige mich mit den Fragen, warum sich das Sehen immer mehr nach „Innen“ richtet, warum die uns umgebenden Bildwelten das „freie Sehen“ verhindern – sich anschicken „das Unsichtbare“ zu töten.